Auf einen Blick
Der Hochaltar der Lorcher Stiftskirche St. Martin stammt aus dem Jahr 1483 und gilt als größter und besterhaltener monochromer Schnitzaltar der deutschen Kunst. Der Schnitzer ist nicht gesichert; historisch wurde er Hans Bilger aus Worms zugeschrieben.
Manche Kunstwerke sind bedeutender als der Ort, an dem sie stehen. Der Lorcher Hochaltar von 1483 gehört dazu: Er gilt als größter und besterhaltener monochromer Schnitzaltar der deutschen Kunst.
Das ist keine Werbeformel, sondern die Einordnung, die sich in der Fachliteratur findet — und sie hat zwei Teile, die beide bemerkenswert sind: die Größe und der Erhaltungszustand.
Was „monochrom“ bei einem Schnitzaltar bedeutet
Spätgotische Flügelaltäre waren üblicherweise farbig gefasst und vergoldet. Ein monochromer Altar verzichtet darauf — das Holz bleibt sichtbar, die Wirkung entsteht allein aus der Schnitzerei, aus Volumen, Faltenwurf und Schattenführung.
Das stellt andere Anforderungen an den Schnitzer. Farbe kann Unschärfen überdecken; ungefasstes Holz kann das nicht. Was man sieht, ist die Arbeit selbst.
Wer ihn geschaffen hat — und warum das offen ist
Der Schnitzer ist nicht gesichert. Historisch wurde der Altar Hans Bilger aus Worms zugeschrieben, doch diese Zuschreibung gilt als unsicher.
Was sonst noch in der Kirche steht
Der Altar ist nicht das einzige mittelalterliche Ausstattungsstück:
| Objekt | Datierung |
|---|---|
| Hochaltar | 1483 |
| Sakramentshaus, gotisch | um 1400 |
| Taufstein | 1464 |
| Chorgestühl, Renaissance, mit Inschriftbändern | Renaissance |
Quelle: Wikipedia, St. Martin (Lorch)
Sakramentshaus, Taufstein und Altar stammen aus einem Zeitraum von rund acht Jahrzehnten. Die Gemeinde hat in dieser Phase offensichtlich erheblich in die Ausstattung investiert — passend zur Baugeschichte, die schon im 13. Jahrhundert Dombauleute nach Lorch brachte.
Den Altar sehen
St. Martin ist eine aktive Pfarrkirche und zugleich seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. Wann die Kirche zugänglich ist, wechselt saisonal und mit dem Gottesdienstplan.
Weiterlesen
Diese Seiten gehören thematisch dazu und beruhen auf denselben nachprüfbaren Quellen. Wo eine Angabe dort fehlt, fehlt sie, weil sie sich nicht belegen ließ:
- Kölner und Trierer Dombauleute: Wie St. Martin entstand
- Das Geläut von St. Martin: fünf Glocken, 11.046 Kilogramm
- Die Orgel von St. Martin: Ratzmann 1880 im Gehäuse von 1984
- Welterbe seit dem 27. Juni 2002
Quellen
Die Angaben auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Zahlen, die dort nicht belegt sind, stehen hier bewusst nicht.
Häufige Fragen
- Aus welchem Jahr stammt der Lorcher Hochaltar?
- Aus dem Jahr 1483.
- Was ist das Besondere an dem Altar?
- Er gilt als größter und besterhaltener monochromer Schnitzaltar der deutschen Kunst.
- Wer hat den Altar geschaffen?
- Das ist nicht gesichert. Historisch wurde er Hans Bilger aus Worms zugeschrieben, die Zuschreibung gilt aber als unsicher.
- Was bedeutet monochrom bei einem Schnitzaltar?
- Der Altar ist nicht farbig gefasst und vergoldet. Die Wirkung entsteht allein aus der Schnitzerei im ungefassten Holz.
- Welche weiteren alten Ausstattungsstücke gibt es?
- Ein gotisches Sakramentshaus um 1400, einen Taufstein von 1464 und ein Renaissance-Chorgestühl mit Inschriftbändern.