Auf einen Blick

Chor und zwei Joche von St. Martin entstanden 1270/90 durch Kölner Dombauleute, das Langhaus nach 1304 durch Trierer Bauleute in vereinfachter Gotik. 1398 kam das Presberger Seitenschiff dazu. 1554 zerstörte ein Turm- und Dachbrand große Teile.

Dass eine Pfarrkirche in einem Ort dieser Größe von zwei verschiedenen Dombauhütten errichtet wurde, ist ungewöhnlich. Bei der Stiftskirche St. Martin in Lorch lässt sich das an den Bauphasen ablesen — und am Stilbruch zwischen ihnen.

Die Bauphasen

ZeitraumBauabschnittAusführung
1270/90Chor und zwei JocheKölner Dombauleute
nach 1304LanghausTrierer Dombauleute, vereinfachte Gotik
1398Presberger Seitenschiff
1554Turm- und DachbrandZerstörung großer Teile

Quelle: Wikipedia, St. Martin (Lorch)

Zwei Bauhütten, zwei Handschriften

Die Kölner Bauleute errichteten ab 1270/90 den Chor — den liturgisch wichtigsten und baulich anspruchsvollsten Teil. Der Kölner Dom war damals selbst im Bau, seine Bauhütte galt als führend.

Das Langhaus entstand nach 1304 unter Trierer Bauleuten, und zwar in vereinfachter Gotik. Diese Formulierung der Baugeschichte ist aufschlussreich: Zwischen Chor und Langhaus liegt nicht nur eine andere Bauhütte, sondern ein anderes Anspruchsniveau. Bauprojekte dieser Größe zogen sich über Generationen, und Mittel wie Moden änderten sich dabei.

Der Brand von 1554

1554 zerstörte ein Turm- und Dachbrand große Teile des Bauwerks. Bemerkenswert ist, was überlebte: der Hochaltar von 1483, das Sakramentshaus um 1400 und der Taufstein von 1464.

Auch zwei der fünf Glocken im heutigen Geläut stammen aus der Zeit kurz nach dem Brand — von 1559 und 1565.

Denkmal und Welterbe

St. Martin ist Kulturdenkmal und seit 2002 Bestandteil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

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Häufige Fragen

Wann wurde St. Martin in Lorch gebaut?
Chor und zwei Joche entstanden 1270/90, das Langhaus nach 1304, das Presberger Seitenschiff 1398.
Wer hat die Kirche errichtet?
Chor und die ersten beiden Joche bauten Kölner Dombauleute, das Langhaus Trierer Dombauleute in vereinfachter Gotik.
Gab es größere Schäden am Bauwerk?
Ja, 1554 zerstörte ein Turm- und Dachbrand große Teile.
Steht die Kirche unter Schutz?
Sie ist Kulturdenkmal und seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.