Auf einen Blick

Lorch erlitt 1460, 1631, 1794 und 1945 Zerstörungen durch Kriegshandlungen. Die Spuren sind bis heute an den Bauwerken ablesbar - das Hilchenhaus etwa wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und erst 2009 bis 2014 saniert.

Eine Lage am Rhein ist ein wirtschaftlicher Vorteil und ein militärisches Risiko zugleich. Flüsse sind Handelswege, und Handelswege sind das, worum Kriege geführt werden.

Für Lorch sind vier Jahre mit Kriegszerstörungen überliefert: 1460, 1631, 1794 und 1945.

Die vier Jahre

JahrHistorischer Zusammenhang
1460Spätmittelalterliche Fehden am Mittelrhein
1631Dreißigjähriger Krieg
1794Koalitionskriege nach der Französischen Revolution
1945Zweiter Weltkrieg

Die Jahreszahlen sind belegt; die Zuordnung zum jeweiligen Kriegsgeschehen ergibt sich aus der allgemeinen Chronologie.

Was an den Gebäuden davon übrig ist

Am deutlichsten lässt sich der Zweite Weltkrieg ablesen. Das Hilchenhaus, der bedeutendste Profanbau der Stadt, wurde 1945 schwer beschädigt und verfiel danach über Jahrzehnte. Erst zwischen 2009 und 2014 wurde es umfassend saniert.

Ein älterer Einschnitt betrifft die Kirche, allerdings ohne Krieg: 1554 zerstörte ein Turm- und Dachbrand große Teile von St. Martin. Bauliche Verluste haben in einer Stadt dieses Alters viele Ursachen.

Warum trotzdem so viel erhalten ist

Bemerkenswert ist weniger die Zahl der Zerstörungen als das, was sie überstanden hat. Der Hochaltar von St. Martin aus dem Jahr 1483 gilt als größter und besterhaltener monochromer Schnitzaltar der deutschen Kunst — er hat alle vier Kriegsjahre überdauert.

Auch die Ruine Nollig steht seit dem frühen 14. Jahrhundert über der Stadt, wenn auch als Ruine.

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Quellen

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Häufige Fragen

In welchen Jahren wurde Lorch durch Kriege zerstört?
1460, 1631, 1794 und 1945.
Wurde das Hilchenhaus im Krieg beschädigt?
Ja, es wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und zwischen 2009 und 2014 saniert.
Hat der Hochaltar von St. Martin die Kriege überstanden?
Ja. Der Altar von 1483 gilt als größter und besterhaltener monochromer Schnitzaltar der deutschen Kunst.
Gab es weitere große Schäden an der Kirche?
Ja, 1554 zerstörte ein Turm- und Dachbrand große Teile des Bauwerks.