Auf einen Blick

Als Steillage gilt eine Rebfläche ab mehr als 30 Prozent Hangneigung. Der Arbeitsaufwand steigt von 200 bis 250 Stunden je Hektar und Jahr in der Flachlage auf 800 bis 1.600 Stunden im Steilhang. Hessen fördert seit 2025 mit 1.500 bis 4.600 Euro je Hektar. Am Mittelrhein ging die bestockte Rebfläche in 31 Jahren um rund 40 Prozent zurück.

Die Steilhänge über dem Rhein sind das Bild, für das Besucher kommen. Betriebswirtschaftlich sind sie das Problem der Region.

Ab wann eine Lage steil ist

Als Steillage gilt eine Rebfläche ab mehr als 30 Prozent Hangneigung. Steiler wird in Hessen nach Fördersätzen weiter gestaffelt.

Gut zu wissen: Der Begriff „Steilstlage“ ist in den Fördersätzen der Länder gebräuchlich. Eine bundes- oder europarechtliche Legaldefinition dafür ließ sich nicht finden.

Der Arbeitsaufwand

LageArbeitsstunden je Hektar und Jahr
Flachlage200 bis 250
Steillage800 bis 1.600, je nach Mechanisierung

Quelle: Deutsches Weininstitut

Das ist der Kern des Problems: Der Arbeitsaufwand vervielfacht sich, während die Erzeugungskosten in der mechanisierten Steillage nur auf etwa das Doppelte steigen. Die Differenz trägt der Betrieb.

Technisch endet der Schlepper-Direktzug bei etwa 45 bis 55 Prozent Neigung. Darüber bleiben Seilzug, Raupe — und Handarbeit.

Die hessische Förderung

Sätze der Maßnahme E.3 im Programm HALM 2, gestaffelt nach Hangneigung, Stand ab 2025:

KategorieHangneigungSatz
Eüber 30 bis unter 40 Prozent1.500 €/ha
F/G40 bis unter 45 Prozent3.800 €/ha
H/I45 Prozent und mehr4.600 €/ha

Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt. Die Jahresangabe gehört zwingend dazu — ältere Sätze lagen deutlich niedriger.

Die Bindungsdauer beträgt fünf Jahre. Solche Programme sind kein Zuschuss zum Wein, sondern eine Zahlung für die Offenhaltung der Landschaft — der Steilhang wird als Kulturgut behandelt, nicht als Produktionsstandort.

Was trotzdem passiert

Am Mittelrhein ist die bestockte Rebfläche in 31 Jahren um rund 40 Prozent zurückgegangen.

Gut zu wissen: Zur absoluten Rebfläche des Mittelrheins nennen die Quellen 439 und 460 Hektar; die Bezugsjahre sind unklar und die Angaben widersprechen sich. Belastbar ist die Rückgangsquote.

Sichtbar wird der Rückgang als Brache — so wie am Nollig, wo aufgegebene Weinberge verbuschen und damit auch naturschutzfachlich wertvolle Offenflächen verlieren.

Welche Lagen in Lorch betroffen sind, lässt sich aus unseren Quellen nicht aufschlüsseln. Die fünf Lorcher Einzellagen und ihre Flächen stehen im Artikel über die Lorcher Einzellagen.

Weiterlesen

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Quellen

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Häufige Fragen

Ab wann gilt eine Weinlage als Steillage?
Ab mehr als 30 Prozent Hangneigung.
Wie viel mehr Arbeit macht eine Steillage?
In der Flachlage sind 200 bis 250 Arbeitsstunden je Hektar und Jahr üblich, in der Steillage 800 bis 1.600 Stunden je nach Mechanisierung.
Wird Steillagenweinbau gefördert?
In Hessen über das Programm HALM 2, Maßnahme E.3. Die Sätze liegen ab 2025 je nach Hangneigung zwischen 1.500 und 4.600 Euro je Hektar, bei fünf Jahren Bindung.
Bis zu welcher Neigung kann man mit dem Schlepper arbeiten?
Der Direktzug endet bei etwa 45 bis 55 Prozent Neigung. Darüber sind Seilzug, Raupe oder Handarbeit nötig.
Wie stark ist die Rebfläche zurückgegangen?
Am Mittelrhein um rund 40 Prozent in 31 Jahren.