Auf einen Blick
Heinrich Wilhelm Dahlen (1853-1904) war Generalsekretär des Deutschen Weinbauvereins. Er organisierte 23 Weinbaukongresse, verfasste 20 Kongressberichte, betreute die deutschen Weinabteilungen der Weltausstellungen Chicago 1893 und Paris 1900 und wirkte an den Weingesetzen 1892 und 1901 mit.
Wer heute ein Etikett liest, liest das Ergebnis von Gesetzgebung. Dass deutscher Wein überhaupt rechtlich geregelt wurde, hat mit einer Handvoll Menschen des späten 19. Jahrhunderts zu tun — einer von ihnen kam aus Lorch.
Die Laufbahn
| Jahr | Station |
|---|---|
| 17. Dezember 1853 | geboren |
| 1871 | Eintritt in das chemische Laboratorium Fresenius |
| 1876 | Karlsruhe |
| 1882 | Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau Geisenheim |
| 1894 | Umzug nach Wiesbaden |
| 31. Juli 1897 | Aufnahme in die Leopoldina |
| 31. März 1904 | gestorben |
Quellen: Wikipedia, Heinrich Wilhelm Dahlen; Deutsche Biographie (dort geführt als „Ökonomierat; Publizist“).
Der Weg über ein chemisches Laboratorium ist bezeichnend. Weinbau wurde im 19. Jahrhundert zur Wissenschaft — Bodenkunde, Kellerchemie, Rebschutz. Die Lehranstalt in Geisenheim, an die Dahlen 1882 wechselte, ist bis heute eine zentrale Adresse des deutschen Weinbaus.
23 Kongresse, 20 Berichte
Als Generalsekretär des Deutschen Weinbauvereins organisierte Dahlen 23 Weinbaukongresse und verfasste 20 Kongressberichte. Diese Zahlen sind nüchtern und beschreiben doch genau die Arbeit: Eine zersplitterte Branche wurde an einen Tisch gebracht und das Ergebnis schriftlich festgehalten.
Chicago 1893 und Paris 1900
Dahlen betreute die deutschen Weinabteilungen auf den Weltausstellungen in Chicago 1893 und Paris 1900 und bereitete die Beteiligung an St. Louis 1904 vor — das Jahr seines Todes.
Weltausstellungen waren im 19. Jahrhundert das, was heute Leitmessen sind: der Ort, an dem nationale Wirtschaftszweige sich als solche darstellten.
Die Weingesetze von 1892 und 1901
An beiden frühen deutschen Weingesetzen wirkte Dahlen mit. Sie regelten erstmals reichsweit, was als Wein verkauft werden durfte — eine Frage, die für ein Erzeugnis mit hoher Fälschungsanfälligkeit existenziell war.
Wie sich das Bezeichnungsrecht bis heute auswirkt, zeigt der Artikel über die Großlage Burgweg und die Unterscheidung von Einzel- und Großlage.
Weiterlesen
Diese Seiten gehören thematisch dazu und beruhen auf denselben nachprüfbaren Quellen. Wo eine Angabe dort fehlt, fehlt sie, weil sie sich nicht belegen ließ:
- 817 bis 1882: Daten, die den Rheingauer Weinbau geprägt haben
- Großlage Burgweg: Wie Lorchs Lagen eingeordnet sind
- 78 Prozent Riesling: Die Rebsorten des Rheingaus in Zahlen
- Steillagenweinbau: bis zu 1.600 Stunden je Hektar
Quellen
Die Angaben auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Zahlen, die dort nicht belegt sind, stehen hier bewusst nicht.
- Wikipedia: Heinrich Wilhelm Dahlen
- Deutsche Biographie: Dahlen, Heinrich Wilhelm
- Wikipedia: Rheingau (Weinanbaugebiet)
Häufige Fragen
- Wer war Heinrich Wilhelm Dahlen?
- Ökonomierat und Publizist, 1853 bis 1904, Generalsekretär des Deutschen Weinbauvereins.
- Was hat er organisiert?
- 23 Weinbaukongresse, zu denen er 20 Kongressberichte verfasste.
- Welche Rolle spielte er auf Weltausstellungen?
- Er betreute die deutschen Weinabteilungen in Chicago 1893 und Paris 1900 und bereitete St. Louis 1904 vor.
- War er an der Weingesetzgebung beteiligt?
- Ja, an den deutschen Weingesetzen von 1892 und 1901.
- Was ist die Leopoldina?
- Die Nationale Akademie der Wissenschaften. Dahlen wurde am 31. Juli 1897 aufgenommen.