Auf einen Blick

Johann Hilchen von Lorch (1484-1548) führte 1510 eine Fehde, die ihm die Reichsacht eintrug, stand 1518 bis 1523 im Dienst Franz von Sickingens und ab 1527 in kaiserlichem Dienst unter Karl V. 1543 erhielt er als oberster Feldmarschall das Reichskriegsbanner. Er starb am 15. April 1548 in Lorch.

Das Hilchenhaus ist in Lorch bekannter als der Mann, der es bauen ließ. Dabei ist sein Leben die ungewöhnlichere Geschichte: Johann Hilchen stieg vom geächteten Fehdeführer zum obersten Feldmarschall des Kaisers auf.

1510: Fehde und Reichsacht

Der Anfang ist kein Aufstieg, sondern ein Konflikt. 1510 führte Hilchen eine Fehde gegen den Wild- und Rheingrafen Philipp von Dhaun, bei der Dörfer niedergebrannt wurden. Die Folge war zunächst die Reichsacht — die Ächtung, die den Betroffenen rechtlos stellte.

Gut zu wissen: Fehden waren im frühen 16. Jahrhundert ein auslaufendes Modell. Der Ewige Landfriede von 1495 hatte sie verboten; wer sie dennoch führte, riskierte genau das, was Hilchen traf.

1518 bis 1523: im Dienst Franz von Sickingens

Von 1518 bis 1523 stand Hilchen im Dienst Franz von Sickingens, einer der bekanntesten Reichsritter seiner Zeit. Danach geriet er in Gefangenschaft.

Sickingens Unternehmungen endeten 1523 mit dessen Niederlage — für Hilchen bedeutete das den Bruch einer Laufbahn, nicht ihr Ende.

Ab 1527: kaiserlicher Dienst

JahrStation
1484geboren
1510Fehde gegen Philipp von Dhaun, Reichsacht
1518–1523im Dienst Franz von Sickingens, danach Gefangenschaft
ab 1527kaiserlicher Dienst unter Karl V., Feldzüge gegen die Osmanen
1543Übergabe des Reichskriegsbanners als oberster Feldmarschall
1546–1548Bau des Hilchenhauses in Lorch
15. April 1548gestorben in Lorch

Quelle: Wikipedia, Johann Hilchen

Der Wechsel in kaiserliche Dienste ab 1527 führte ihn in die Feldzüge gegen die Osmanen, unter anderem nach Ungarn. Der Höhepunkt kam 1543: Karl V. übergab ihm im Krieg gegen Frankreich das Reichskriegsbanner — die Stellung des obersten Feldmarschalls.

Das Haus, das er nicht mehr sah

Im Jahr nach diesem Höhepunkt begann Hilchen in Lorch den Bau seines Hauses. Er starb am 15. April 1548 — mitten in der Bauzeit.

Wann das Gebäude fertig wurde, geben die Quellen unterschiedlich an: Die eine nennt 1546 bis 1548 und hält fest, dass Hilchen die Fertigstellung nicht erlebte; die Denkmalliste führt 1546 bis 1573. Der Unterschied von 25 Jahren lässt sich als Bauphase Hilchens gegenüber der Gesamtbauzeit bis zur Vollendung durch die Erben deuten — als gesichert gilt das nicht.

Mehr zum Gebäude steht im Artikel über das Hilchenhaus.

Weiterlesen

Diese Seiten gehören thematisch dazu und beruhen auf denselben nachprüfbaren Quellen. Wo eine Angabe dort fehlt, fehlt sie, weil sie sich nicht belegen ließ:

Zu dieser Seite: Dieses Magazin wird privat betrieben und ist kein Angebot der Stadt Lorch am Rhein. Verbindliche Auskünfte, Öffnungszeiten und Termine gibt allein die Stadt.

Quellen

Die Angaben auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen. Zahlen, die dort nicht belegt sind, stehen hier bewusst nicht.

Häufige Fragen

Wer war Johann Hilchen von Lorch?
Ein Adliger aus Lorch am Rhein, 1484 bis 1548, der zuletzt als oberster Feldmarschall im Dienst Kaiser Karls V. stand.
Was geschah 1510?
Hilchen führte eine Fehde gegen den Wild- und Rheingrafen Philipp von Dhaun, bei der Dörfer niedergebrannt wurden. Er wurde zunächst mit der Reichsacht belegt.
Was bedeutete die Übergabe des Reichskriegsbanners?
Karl V. übertrug ihm 1543 im Krieg gegen Frankreich die Stellung des obersten Feldmarschalls.
Hat er das Hilchenhaus noch fertig gesehen?
Nein. Er starb am 15. April 1548, während des Baus. Über das Fertigstellungsjahr gehen die Quellen auseinander: genannt werden 1548 und 1573.